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1. Juni 2005

„Neue Pillen, fittere Gehirne, glücklichere Menschen?“

Wie sollen wir mit den neuen biotechnologischen Möglichkeiten der Leistungssteigerung und Wohlbefindensverbesserung umgehen?

 

Auch wenn man nicht krank ist: Leistungsbegrenzungen, Erschöpfbarkeit und vielfältige Beeinträchtigungen machen den meisten von uns das Leben schwer. Wer würde es sich deshalb nicht wünschen, mit Hilfe eines nebenwirkungsarmen Medikaments sein Gedächtnis, seine Stimmung oder seine Konzentrations- und Entscheidungsfähigkeit verbessern zu können? Umgekehrt könnte es oft hilfreich sein, Unangenehmes zu vergessen. Je mehr wir über die Funktionsweisen des Nervensystems in Erfahrung bringen und je besser wir die entsprechenden Mechanismen gezielt beeinflussen können, desto mehr sind wir auch in der Lage, dieses Wissen zur Leistungs- bzw. Wohlbefindensverbesserung einzusetzen. Nicht von ungefähr also machen viele Ärzte dieser Tage die Erfahrung, dass Patienten um leistungssteigernde Medikamente bzw. Behandlungsverfahren nachsuchen. „Können Sie mir nicht das Antidepressivum Fluoxetin verschreiben? Man soll sich darunter soviel besser und robuster fühlen.“ „Ich würde mich gern einer transkraniellen Magnetstimulationsbehandlung unterziehen. Ich habe gehört, dass man sich darunter viel besser fühlt.“ „Herr Doktor, Sie wissen doch selbst, wie erschöpfend diese anhaltenden Prüfungsvorbereitungen sind. Unter Ritalin kann ich viel besser lernen.“

 

Aufgrund des wissenschaftlichen Fortschritts sind in naher Zukunft noch weit eingreifendere bzw. potentere Verfahren denkbar, die sich zu Zwecken der Leistungsverbesserung nutzen lassen. Insbesondere das Feld der Maschine-Mensch-Verbindungen, sogenannte Cyborg-Technologien, werden von vielen ersehnt und von anderen verabscheut. So etwa dürfte es in absehbarer Zeit möglich sein, leistungsstarke Computer direkt an die Gehirnaktivität anzuschließen. Die daraus erwachsenden Möglichkeiten sprengen das heute Vorstellbare. Unsere Vorstellungen und Maßstäbe bezüglich dessen, was es heißt, ein Mensch zu sein, das Leben aus eigener Kraft zu bestreiten und seine Bedürfnisse zu befriedigen, dürften sich unter dem Einfluss derartiger Technologien dramatisch verändern. Ist diese Entwicklung sinnvoll, wünschenswert und zu unterstützen? Oder drohen die Möglichkeiten des Neuro-Enhancements unsere Lebensweise nachhaltig zu verändern? Während die einen sich für eine trans-humane Zukunft des Menschengeschlechts begeistern, sprechen die anderen vom Verlust von Natürlichkeit, Authentizität und Moral.

 

Die vielen Fragen, die sich im Zusammenhang mit dem sogenannten ‚Neuro-Enhancement’ stellen, werden auf einer medizin-philosophischen Fachtagung an der Universität Münster am Freitag, 3. Juni 2005, 11.00 – 18.00 Uhr, im Hörsaal des Instituts für Physiologie, Robert-Koch-Str. 27 a / 27 b, 48149 Münster, verhandelt. Es wird insbesondere darum gehen, Überlegungen zur ethischen Bewertung des ‚Neuro-Enhancements’ anzustellen.

 

Sollten Sie an dem dargestellten Themenkreis Interesse haben, wenden Sie sich bitte an:

 

Frau Reiser, Sekretariat Dr. Pawelzik, EOS-Klinik, Hammer Straße 18,

48153 Münster, Tel. 0251 6860-111, E-Mail: reiser@eos-klinik.de.

 

Wir liefern Ihnen gern weitere Informationen bzw. stehen Ihnen für Nachfragen zur Verfügung.