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Münster, 13. Juni 2006
Neue Lösungen für ein hartnäckiges Problem?
Depressionen sind häufige und zugleich schwerwiegende Erkrankungen. Gut 5 % unserer Bevölkerung leiden an einer depressiven Verstimmung. Dies geht mit erheblichem Leid für die Betroffenen und ihre Angehörigen sowie großen wirtschaftlichen und sozialen Schäden einher. Depressionen sind typischerweise durch ein Kommen und Gehen der Symptome gekennzeichnet. Bei einem Drittel der Betroffenen sind die Beschwerden jedoch dauerhaft. Es handelt sich um chronische Depressionen. Da diese chronischen Depressionen meist früh im Leben beginnen, werden viele der normalen Entwicklungsaufgaben nicht bewältigt. Folge ist eine geringe Lebensbewältigungskompetenz, was die Überwindung bzw. die Behandlung chronischer Depressionen sehr schwierig macht. Angesichts anhaltender Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit erweisen sich viele therapeutische Bemühungen als nicht wirklich hilfreich.
Der Psychologe Prof. Dr. James McCullough, Jr. aus Richmond, Virginia, USA, hat in jahrzehntelanger Forschungsarbeit einen neuen, nachweislich wirksamen psychotherapeutischen Behandlungsansatz für chronische Depressionen entwickelt – das so genannte Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy. Dieses Verfahren zielt in erster Linie darauf, den in sich gefangenen, willkürlichem Denken und stark beeinträchtigenden Gefühlen ausgelieferten Patienten an seine Umwelt anzukoppeln. Der Patient soll im Hier und Jetzt der therapeutischen Beziehung lernen, dass sein eigenes Verhalten Auswirkungen auf seine Stimmung und sein Selbstverständnis hat. Um dies zu erreichen, ist ein überdurchschnittliches persönliches Beziehungsengagement auf Seiten des Therapeuten erforderlich. Obwohl das Verfahren der verhaltenstherapeutischen Tradition verpflichtet ist, spielt die Beziehungsarbeit, die wir aus der Psychoanalyse kennen, eine überragende Bedeutung.
Am Samstag, den 24.06.2006 findet ein hochkarätig besetztes Symposium über die „Psychotherapie der chronischen Depression" unter der Teilnahme von Prof. McCullough statt. Es wird in diesem Symposium darum gehen, sein Therapieverfahren – das Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy – mit neueren Entwicklungen anderer Therapietraditionen zu konfrontieren. Zu diesen zählen die kognitive Verhaltenstherapie, die interpersonelle Psychotherapie, die Psychoanalyse und die klärungsorientierte Psychotherapie. Der Veranstalter, die EOS-Klinik für Psychotherapie in Münster, hofft, dass von der Diskussion führender Experten wichtige Anregungen für die Weiterentwicklung der störungsspezifischen evidenzbasierten Psychotherapie ausgehen.
Ansprechpartner:
Dr. Markus Pawelzik
Leitender Arzt
EOS-Klinik für Psychotherapie
Hammer Straße 18
48153 Münster
Tel. 0251 6860-112
Fax: 0251 6860-105
E-Mail: reiser@eos-klinik.de (Sektretariat)

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