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Emotionale Instabilität

 

Wenn die Gefühle Achterbahn fahren, innere Spannungszustände unkontrolliert auftauchen und unerträgliche Ausmaße annehmen, eine tiefgreifende Ablehnung der eigenen Person mit Leere- und Sinnlosigkeitsgefühlen einhergeht, Beziehungen zu anderen Menschen chaotisch und unberechenbar werden und gesundheitliche und soziale Beeinträchtigungen als Folgen impulsiven Verhaltens drohen, dann spricht man von emotional instabilen Störungen oder auch vom Borderline-Syndrom.

 

Gemeinsam mit der emotional instabilen Symptomatik bestehen häufig weitere Problembereiche wie Depressionen, gestörtes Essverhalten, Angststörungen, Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrome, Substanzmissbrauch oder posttraumatische Belastungsstörungen. Ursachen emotional instabiler Störungen liegen meistens in einem besonders ungünstigen Zusammenwirken angeborener Temperamentseigenschaften (Neigung zu intensiven und wechselhaften Gefühlen, Sensibilität und Neigung zur Impulsivität) und ungünstigen biographischen Erfahrungen (invalidierende und traumatisierende Erlebnisse). Die Betroffenen haben in ihrem Leben nicht die Möglichkeit gehabt, langfristig günstige Strategien zum Umgang mit ihrer emotionalen Verletzlichkeit und ihren starken Gefühlen zu erlernen und greifen deshalb oft auf kurzfristig wirksame Entlastungsstrategien wie Selbstverletzungen, Drogeneinnahmen, Ess-Brechanfälle oder die Vermeidung schwieriger Situationen zurück, die aber längerfristig in einen immer größeren Berg von Problemen hineinführen. Da Patienten mit emotional instabiler Symptomatik meistens selber erkennen, dass ihr eigenes Verhalten nicht geeignet ist, die bestehenden Probleme nachhaltig zu verbessern, beginnen sie sich im Laufe der Entwicklung der Symptomatik zunehmend selber abzulehnen, sich für sich selber zu schämen oder sich selber sogar zu hassen.

 

Das Borderline-Syndrom galt bis vor etwa 15 Jahren als unbehandelbar, bis Marsha Linehan 1993 mit der Dialektisch behavioralen Therapie der Borderline-Persönlichkeitsstörung (DBT) nachweisen konnte, dass eine psychotherapeutische Behandlung des Störungsbildes mit speziellen Methoden erfolgversprechend ist. Anthony Bateman und Peter Fonagy konnten dann Ende der 90er Jahre nachweisen, dass auch die Mentalisierungsbasierte Therapie (MBT) geeignet ist, deutliche und nachhaltige Verbesserungen bei Patienten mit Borderline-Störungen zu erzielen. In beiden Ansätzen werden mit speziellen therapeutischen Strategien die Möglichkeiten der Behandelten erweitert, eigene mentale Vorgänge besser zu verstehen, in Krisensituationen kontrollierter zu handeln, Gefühle mit günstigeren Strategien zu regulieren und schließlich Frieden mit sich selber zu schließen und sich im sozialen Kontext effektiver zu verhalten, um eigene Ziele und Lebensvorstellungen besser als bisher verwirklichen zu können. Unser Behandlungskonzept in der EOS-Klinik setzt sich sowohl aus mentalisierungsbasierten Therapieinhalten als auch aus Dialektisch behavioralen Strategien zusammen. Aufgrund der hohen Frequenz der Gruppentherapien und der täglichen stattfindenden Einzeltherapie ist eine echte Intensivbehandlung für Patienten mit emotional instabiler Symptomatik in unserem Hause möglich.