Stiefkind der Psychiatrie
Aufmerksamkeits-Defizit-Störung beleuchtet
Münster Die Aufmerksamkeits-Defizit-Störung bei Erwachsenen stand am Samstag, 17. September, im Mittelpunkt des durch die EOS-Klinik für Psychotherapie ausgerichteten Symposiums im Kunsthaus Kannen des Alexianer-Krankenhauses.
Die wichtige Botschaft wurde bereits durch die einleitenden Worte von Dr. Pawelzik, dem leitenden Arzt der EOS-Klinik, herausgestellt: Die eigentlich gut bekannte Störung im Kindes- und Jugendalter wird bislang im Erwachsenenalter nur selten erkannt und adäquat behandelt, obwohl es gut erforschte und bekannte Behandlungsmethoden gibt.
Bislang handelt es sich bei der Störung um ein Stiefkind der Psychiatrie und Psychotherapie. Die Hoffnung auf eine Veränderung dieser Sachlage lässt sich nicht zuletzt auch durch das hohe Interesse nahezu von 70 Teilnehmern erschließen.
Inhaltlich wurde der bisherige Stand der Wissenschaft dargestellt. Ausführlich beschrieb Professor Gauggel aus dem Fachbereich Medizinische Psychologie der Universität Aachen die biologischen und neuropsychologischen Grundlagen der Erkrankung, die einen ähnlich hohen Vererbungsanteil aufweist, wie z. B. die Körpergröße.
Besonderheiten der psychotherapeutischen und medikamentösen Behandlung wurden dargestellt. In dem nachmittäglichen Workshop konnten sich 30 Teilnehmer anschaulich darüber informieren, wie sich die Erkrankung bei Betroffenen zeigt und welche Besonderheiten in der Behandlung Berücksichtigung finden sollte. 
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