| Rückfälle bei Abhängigkeitserkrankungen

Die Mehrzahl der Deutschen trinkt mindestens einmal pro Woche Alkohol, jeder 4. Erwachsene sogar täglich. Alkohol – die älteste Droge der Menschheit – ist überall verfügbar und allgegenwärtig: ob in der Werbung, beim geselligen Beisammensein, nach Feierabend beim Fernsehen, im Restaurant zu einem feinen Essen oder zu festlichen Anlässen. Alkohol wird aber nicht nur wegen seines Geschmacks getrunken, sondern auch wegen seiner Wirkung. Da er spannungslösend und beruhigend wirkt, wird er für eine Vielzahl von Situationen als Hilfsmittel gesehen: er soll den Kontakt zu anderen erleichtern und das Selbstbewusstsein stärken, er soll über depressive Verstimmungen hinweghelfen und zur Entspannung beitragen sowie starke Belastungen erträglicher werden lassen. Der kurzfristige „Erfolg“, das Nachlassen eines negativen Gefühls, führt dazu, ihn immer häufiger in schwierigen Situationen einzusetzen. Langfristig kann dieses Trinkverhalten zum Problem werden: Zum einen wird dadurch eine aktive Problembewältigung verhindert, zum anderen kann das Zutrauen in die eigenen Fertigkeiten, schwierige Situationen zu meistern, immer mehr abnehmen und damit die Versuchung steigen, noch häufiger Alkohol einzusetzen, wodurch mit der Zeit der Konsum selbst zum Problem wird. Ein Teufelskreis ist entstanden. Neben dem Alkohol gilt dies noch für eine Reihe anderer Substanzen, die auf das Gehirn einwirken und unser Befinden beeinflussen, wie z.B. Beruhigungs- und Schlafmittel oder illegale Drogen.
Abhängigkeitserkrankungen stellen die zweithäufigste Gruppe psychischer Störungen dar. Die Entwicklung verläuft schleichend und wird vom Betroffenen häufig erst spät bemerkt. Auch fällt es uns Menschen schwer, Probleme einzugestehen, erst recht solche, von denen viele meinen, man trage doch selbst die Verantwortung. Abhängigkeitserkrankungen haben ein schlechtes Image, sie werden von vielen eher als Charakterschwäche denn als psychische Erkrankung verstanden. Viele Betroffene schämen sich wegen ihrer Problematik und ziehen sich in der Folge weiter in die Sucht zurück. So vergehen im Falle der Alkoholabhängigkeit bei Männern im Durchschnitt 10, bei Frauen sechs Jahre, ehe eine Behandlung aufgesucht wird.
Doch auch wenn dieser erste Schritt in die Behandlung geschafft ist, ist das Endziel, die Abstinenz, noch nicht erreicht. Bei vielen kommt es auf diesem langen, beschwerlichen und mit allerlei Versuchungen versehenen Weg über kurz oder lang zu Rückschlägen, deren Bewertung – die Enttäuschung über sich selbst – einen Rückfall in das alte Trinkmuster begünstigen kann. Um diesen Teufelskreis zu überwinden, sind spezielle Therapieangebote notwendig. Die EOS-Klinik hat sich unter anderem auf eine Behandlung des Rückfallrisikos spezialisiert. Ziel ist es, die individuellen Risikosituationen zu erarbeiten sowie angemessene Bewältigungsstrategien abzuleiten und zu erproben. 
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