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Diagnostik in der EOS-Klinik

Die diagnostische Einschätzung eines psychisch Kranken sollte mehrdimensional erfolgen und zumindest die folgende Komponenten umfassen:

/// Bericht über aktuelle Beschwerden und den Anlass der Behandlung 

/// Vorgeschichte: Entwicklung der Beschwerden, Vorbehandlungen, spezifische Eigenanamnese 

/// Lebensgeschichte und aktuelle Lebensumstände und Probleme

/// Standardisierte Erhebung psychischer Störungen (SKID I, II) 

/// Psychometrie: störungsspezifische und störungsunspezifische Fragebögen, Selbst- und Fremdeinschätzung

/// Somatische Untersuchungen (s.u.)

 

Somatische Untersuchungen

Die Bedeutung körperlicher Prozesse für die Hartnäckigkeit von psychischen Beschwerden sollte nicht unterschätzt werden. Wir untersuchen deshalb routinemäßig die Stresssysteme, womöglich durch chronischen Stress bedingte Entzündungswerte und Hinweise auf eine Insulinrezeptoren-Resistenz.

/// Das autonome Nervensystem und die HPA-Achse zählen zu den Stresssystemen: Die Untersuchung der Herzratenvariabilität gibt Hinweise auf das Gleichgewicht des autonomen Nervensystems. „Funktioniert die Stressbremse?“, so könnte man diese Fragestellung umschreiben. Weiterhin messen wir das Stresshormon Cortisol (nach einem Aufwachprotokoll), um Hinweise auf eine Über- oder Unterfunktion des Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Systems (kurz: HPA-Achse) zu erkennen. 

/// Anhaltender Stress kann zur „neurogenen Inflammation“ führen – einer nicht durch Erreger, sondern durch nervliche Überaktivität bedingten Entzündung im Körper. Um dies festzustellen, werden bestimmte Laborparameter im Blut ermittelt. 

/// Das so genannte „metabolische Syndrom“ gilt als Vorstufe zu den Volkskrankheiten Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, Fettstoffwechselstörungen und Übergewicht. Wir messen einen zentralen Parameter des metabolischen Syndroms: die Insulinrezeptorenresistenz. Damit ist gemeint, dass das Hormon Insulin seine Wirkung nicht richtig entfalten kann, weil der Insulinrezeptor aufgrund hoher Insulinspiegel „unempfindlich“ geworden ist. Dieses Phänomen spielt eine wesentliche Rolle in folgendem Teufelskreis, der erhebliche Auswirkungen auf das Gehirn haben kann: Glukosemangel in den Zellen => Hunger => Kohlenhydrataufname => Insulinausschüttung => ausbleibende Insulinwirkung aufgrund der erwähnten Resistenz => Glukosemangel in den Zellen u.s.w.