Home Alexianer Christophorus Klinik Home

Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung (ADHS)

Diese - ursprünglich als Störung des Kindes- und Jugendalters angesehene - psychische Störung findet sich häufig bei Erwachsenen, wobei diese mehr an Aufmerksamkeitsdefiziten als an Hyperaktivität leiden. Die Betroffenen sind meist von Kindesbeinen an der Meinung gewesen, anders als andere zu sein, und haben eine oft prägende Geschichte ständigen Kritisiert- und Zurückgesetztwerdens hinter sich. Anlass der ständigen Kritik waren meist Probleme in den störungstypischen Bereichen schlechte Aufmerksamkeit („schlechte Noten“), Hyperaktivität („Zappelphilipp“) und störende Impulsivität („Spielverderber“). Da dieses Störungsbild – gerade in stärker ausgeprägten Fällen – oft erstaunlich gut medikamentös behandelt werden kann, ist seine frühzeitig Diagnostik von großer Wichtigkeit. 

Bei der ADHS handelt es sich um eine biologisch begründete Störung: Man vermutet eine Fehlfunktion wichtiger dopaminerger Netzwerke im Frontalhirn. Für die Schlüsselrolle des Botenstoffs Dopamin spricht die therapeutische Wirkung des Methylphenidats (Ritalin, Concerta, Medikinet), das eine vermehrte Dopaminfreisetzung bewirkt. Da die - wesentlich häufiger beim männlichen Geschlecht auftretende - Störung früh im Leben beginnt, spielt die störungsbedingt erschwerte Entwicklungs- und Lerngeschichte der Betroffenen eine wichtige Rolle bei Zustandekommen der Verhaltensprobleme und –defizite der Patienten. Neben einer medikamentösen Einstellung orientiert sich die psychotherapeutische Behandlung am spezifischen Problem- und Zielprofil des Patienten. Dabei ist zu beachten, dass die Diagnose einer ADHS sehr häufig von weiteren Diagnosen – etwa einer Borderline-Persönlichkeitsstörung - begleitet wird.